Generation XYZ – die Unterschiede der Generationen werden schon seit einiger Zeit in den Fachmedien untersucht und diskutiert. Doch was bedeutet das konkret in der Kanzlei? Wie lassen sich die unterschiedlichen Anforderungen unter einen Hut bringen?

In vielen Kanzleien arbeiten Mitarbeiter, die schon über 60 sind zusammen mit Auszubildenden Anfang 20. Da liegen dann 40 Jahre dazwischen und die unterschiedlichen Arbeits- und Lebenseinstellungen können leicht zu Missverständnissen führen.

Zeichnen Sie sich doch einmal Ihre eigene Generationen-Matrix auf und notieren Sie zur jeweiligen Generation Ihre Mitarbeiter.

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Wie schaffen Sie es, jedem individuell Wertschätzung zu zeigen? Cordula berichtet häufiger von Kanzlei-Workshops, in denen innovativ geprägte Chefs die Jungen Digitalen über den grünen Klee loben. Und glauben, dass sie damit die weniger digital Affinen motivieren. Doch das Gegenteil ist eher der Fall: die anderen bekommen das Gefühl, dass ihr Erfahrungswissen nicht wertgeschätzt wird und mauern extra gegen das Neue.

Und jetzt stellen Sie sich vor, was passiert wenn zusätzlich noch unterschiedliche Arbeitsweisen aufeinander prallen:

Im Zweier-Büro nebenan: eine 30-jährige Steuerfachwirtin „klopft“ einen Jahresabschluss nach dem anderen weg. Sie braucht keine langen Pausen und fühlt sich nicht gestresst, es macht ihr Spaß Höchstleistung zu zeigen. Im gleichen Raum sitzt eine 57-jährige Kollegin mit 35 Jahren Berufserfahrung. Sie schaut lieber zweimal hin und löst auch knifflige Fälle. Nach 2 Stunden lässt aber in der Regel die Konzentration nach und sie macht öfter kurze Pausen.

Was werden diese beiden, die sich Tag für Tag beobachten, über die andere denken? Wenn sie Glück haben, finden sie sich so sympathisch, dass sie sich gegenseitig akzeptieren. Wenn nicht, beginnt ein schleichendes Unbehagen, dass die andere ungenau / schlampig oder langsam / leistungsschwach ist.

Wenn Sie diesem Umstand als Chef keine Rechnung tragen und „gedankenlos“ ab und zu ins Zimmer kommen, um die junge Mitarbeiterin für ihr schnelles Tempo zu loben, fühlt sich die ältere Mitarbeiterin verletzt und herabgesetzt. Oder Sie gehen ins Zimmer und sagen zur Älteren „Wenn wir Sie nicht hätten, Sie sind eben die gute Seele der Kanzlei“, denkt die andere möglicherweise: „Seele schön und gut, aber dass ich hier so viel Umsatz mache, sieht wieder keiner.“

Was tun, sprach Zeus, um diesen und anderen Dilemmata zu entkommen?

Wir empfehlen, bewusst Generationentandems zu bilden, d. h. zwei Mitarbeiter mit mindestens 15 Jahren Altersunterschied, tauschen sich regelmäßig über ihre Arbeit aus und zeigen sich gegenseitig, wie sie bestimmte Aufgaben erledigen. Wie wäre es dabei mit dem Titel „Die Weisen und die Wilden“ 😉

Zusätzlich können in diesen Generationentandems konkrete Fragestellungen und Lösungen diskutiert werden, z. B.

  • Wie wird das Wissen der Weisen für alle nutzbar gemacht? Im Rahmen eines Wissensmanagementprojektes könnten Sie eine Prozessgruppe mit der Aufgabe betrauen, implizites Wissen (also das Wissen in den Köpfen) in zugreifbares Wissen zu verwandeln.
  • Wie viel digitale Kommunikation braucht die Kanzlei?
  • 30+: Wie bleiben wir gesund, wenn wir noch 30 Jahre vor uns haben?
  • Die Weisen an die Wilden: Wie verbringst du dein Wochenende?
    Die Wilden an die Weisen: Wie haben deine Wochenenden ausgesehen als du so alt warst wie ich?
  • Gegenseitig: Wenn ich so alt wäre wie du, würde ich …


Die Mehr-Generationen-Kanzlei – oder wie ticken Mitarbeiter XYZ?

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