3. Juni 2019 |

Früher war Science Fiction, das der Roboter den Rasen mäht. Heute wissen wir: Der Roboter i s t der Rasenmäher. So viel zu unserer Vorstellungskraft was die Zukunft betrifft.

Allein in 2018 erreichte das Umsatzwachstum bei Mährobotern wieder den zweistelligen Bereich.

Der Grund: Fast jeder Gartenbesitzer träumt vom berühmten englischen Rasen. Jeder Gärtner weiß aber auch: Die Erreichung dieses Traumes bedeutet sehr harte Arbeit. Ein Lebensprojekt. Und wenn der Nachbar nicht dasselbe Ziel hat und zum Beispiel lieber eine wilde Blumenwiese wuchern lässt …

Und den angestellten Gärtner, der sich jeden Tag um Unkraut, den perfekten Schnitt und das richtige Mulchen kümmert, können sich nur wirklich „reiche“ Menschen leisten.

Aber wer hat schon die Zeit? Wie toll wäre es, den perfekten Rasen zu haben, ohne dass man sich ständig darum kümmern muss?

Voilá: Auftritt R2D2 in der grünen Variante: Einmal eingerichtet mäht der kleine mulchende Freund zuverlässig jeden Tag und fährt selbst in seine Garage zum aufladen.

Was das mit Steuerberatung zu tun hat? Nun, ein Vergleich hinkt immer ein Bisschen. Von der perfekten Buchhaltung träumt wahrscheinlich eher der Steuerberater, aber davon die Buchhaltung im eigenen Betrieb und die Vorbereitung der Unterlagen ohne große eigene Arbeit zu erledigen, träumen Mandanten schon.

Von vielen Steuerberatern höre ich: Die Mandanten wollen die Buchhaltung immer mehr selber machen – und wir können nachher das Chaos aufräumen …

Aus meiner Sicht ein verbreiteter Irrtum: Ihre Mandanten wollen nicht die Buchhaltung (für das Finanzamt) selber machen. Dabei setzen die meisten Mandanten weiter genau auf Ihre Kompetenz. Sie wollen an der Stelle auf der sicheren Seite sein.

Gerade die jüngeren Unternehmer stellen sich aber schon die Frage, warum viele Dinge, die sie in ihrem Betrieb eh im Griff haben müssen – Rechnungen, Forderungen, Liquidität, … – , vom Steuerberater im Nachhinein „nochmal“ gemacht werden.

Beispiel: Die OPOS-Liste des Steuerberaters kommt „pünktlich“ zum Finanzamtstermin, also in der Regel 6 Wochen nach dem entsprechenden Monatsletzten. Heute ist klar: Diese OPOS-Liste hilft der Kanzlei bei der digitalen Buchhaltung, bei der das Buchen auf Kontokorrentkonten die Abstimmung erleichtert. Derjenige Ihrer Mandanten, der (hoffentlich: GoBD!) seine Rechnungen mit auch nur dem kleinsten Rechnungsschreibungsprogramm erstellt, weiß das alles schon – und zwar in Echtzeit. Die OPOS-Liste machen Sie also für sich – eher nicht für den Mandanten.

Wie sieht der konkrete Traum der Mandanten also aus?

Er führt seinen Betrieb mit allem, was dazu gehört: Akquise/ Einkauf/ Produktion/ Abrechnung/ Logistik/ Controlling – je nach Unternehmensart. All diese Daten sind in seiner Software gespeichert. Einmal am Tag kommt der Buchhaltungsroboter und holt sich alles, was Sie brauchen. Danach verschwindet er wieder in seiner „Garage“ und wartet auf seinen nächsten Auftritt. Der Mandant schläft derweil sicher in seinem Bett, weil er weiß: alles ok, es droht an dieser Stelle kein Ärger mit dem Finanzamt oder der Bank. Und wenn doch: Dann melden Sie sich rechtzeitig. Denn Sie haben die Daten ja auch in „Echtzeit“ in der Kanzlei.

Die Geschichte lehrt uns, dass Träume oft belächelt oder sogar verteufelt werden. Aber früher oder später gibt es immer den einen Visionär, der den Traum Wirklichkeit werden lässt wie die Gebrüder Wright das Fliegen.

Der Traum von der „automatischen“ Buchhaltungsvorbereitung ist schon erfüllt. Die neuen Cloudbuchhaltungssysteme wie Lexoffice, Fastbill, Scoopevisio und Co.und auch die von den traditionellen Softwareanbietern angebotenen Portallösungen können das schon – wenn Sie mit machen.

Bieten Sie Ihren Mandanten den „Buchhaltungsmähroboter“ an. Und werden Sie so zum „Low Maintenance – Steuerberater“ – also zum Steuerberater, der bei der Buchhaltung jeden Tag im Stillen ohne großen „Wartungsaufwand“ dafür sorgt, dass der Mandant gegenüber Finanzamt und Bank sicher sein kann ein perfektes Rasen – äh – Unternehmensbild vorweisen zu können.

Und wenn der Mandant in seinem Unternehmensgarten einen neuen Baum pflanzt – zum Beispiel eine neue Filiale eröffnet oder ins Online-Geschäft einsteigt – dann kommen Sie als leibhaftiger Gartenbauer für die Beratung ins Spiel und der kleine Roboter wird danach neu justiert.

 

 

 

 

Der „Low Maintenance Steuerberater“ – was Sie vom Mähroboter lernen können

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