18.12.18  |

Meine Kollegin Cordula Schneider hat im vorherigen Beitrag bestens die Mitarbeitertypen mit ihren Reaktionen auf die Digitalisierung charakterisiert. Ihr Spruch "Weiter mit den Willigen" trifft dabei den Nagel auf den Kopf.

Doch dabei ist ein Punkt noch offen geblieben. Ja, so furchtbar es klingt: es kann passieren, dass ein Mitarbeiter diesen Weg nicht mitgehen will. Alle Argumente und Lösungsvorschläge sind abgeprallt, neue Arbeitsweisen werden abgelehnt. Dann haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Aussterben lassen

Sind der oder die Mitarbeiter kurz vor der Rente, können Sie ihm die Pendelordner-Mandanten geben, die ebenfalls noch nicht digital arbeiten wollen. Sie installieren quasi eine Dinosaurier-Abteilung, die über kurz oder lang ausstirbt.

2. Sie trennen sich – im Guten

Im Moment können Sie solch einen Mitarbeiter mit gutem Gewissen ziehen lassen bzw. kündigen. Denn aufgrund des Fachkräftemangels wird er – zumindest in den nächsten 3 Jahren – noch Kanzleien finden, die diese Arbeitsweise pflegen.
Sagen Sie ihm, dass Sie die bisherige Zusammenarbeit sehr geschätzt haben und er wertvolle Arbeit geleistet hat. Doch jetzt geht eine Ära zu Ende. So gern Sie mit ihm bisher zusammengearbeitet haben, passt es in der Welt in die Sie sich hineinbewegen nicht mehr zusammen.

Die einzige "Gefahr" für den Mitarbeiter: auch wenn er oder sie jetzt noch eine Papier- und Pendelordnerkanzlei findet, wird er sich vermutlich in dieser neuen Kanzlei früher oder später ebenfalls digital umorientieren müssen. Denn letztendlich führt daran kein Weg vorbei. 

Dieser Tipp und die beiden folgenden stammen aus haufe Brennpunkt Digitale Kompetenz

Zwei Extratipps zum Umgang mit Widerständen

Mit UND auf Lösungskurs 

Noch eine Übung / Aufgabe für alle.
Stellen Sie bei der Mitarbeiterbesprechung folgende Spielregel auf:
 Heute ist das Wörtchen ABER tabu und wird grundsätzlich durch UND ersetzt.

Diese mentale Übung bringt den Geist dazu, in Lösungen zu denken statt aufzugeben.
 Das Aber setzt gedanklich einen Punkt, das Und ein Fragezeichen.

Typisches Beispiel „Das klingt ja gut, aber wer soll denn das bezahlen“ ändern in „Das klingt ja gut, und wer soll denn das bezahlen“ – schon denken alle darüber nach, wer in Frage kommt.

Tipp: Schlagfertig mit Killerphrasen umgehen

Die typischen Totschlagargumente – gerne auch der Beamten-Dreisatz genannt – die gern zitiert werden, begegnen Ihnen möglicherweise auch hier.

  1. Das haben wir immer so gemacht!
  2. Das haben wir noch nie gemacht!
  3. Da könnte ja jeder kommen!

Wie können Sie darauf schlagfertig reagieren?

Es sind Pauschalvorwürfe, also weisen Sie diese genau als solche zurück:

  • „Mit solchen Pauschalvorwürfen kommen wir nicht weiter. Das ist nicht das Niveau auf dem wir hier diskutieren. Welche konkreten Fragen haben Sie?“
  • „Ok, ich sehe: Pauschale Vorwürfe können Sie. Jetzt zeigen Sie doch bitte, was Sie konkret drauf haben“

Den ganzen Beitrag inklusive "Wie Sie mit den 5 größten Aber umgehen" finden Sie hier auf dem Kanzlei.Blog auch als Hörbeitrag.

Wenn alle Stricke reissen…

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